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Mehrfamilienhausanlage der Pforzheimer Bau & Grund GmbH
Hier soll eine beispielhafte Modernisierungsmaßnahme beschrieben werden, welche durch konsequentes Ineinandergreifen der einzelnen Gewerke realisiert wurde.
Ziel dieser Modernisierungsmaßnahme war es, die Neubauvorgaben für ein Bestandsgebäude durch diese energetische Modernisierung um 30 % zu unterbieten.
Ist-Zustand vor der Sanierung
Gebäude
Das 1964 errichtete Gebäude steht in der Hohenwarterstraße in Würm, einem Stadtteil von Pforzheim.
Würm liegt etwas abseits von Pforzheim und hat den Charakter eines Dorfes.
Das Gebäude liegt in einer sehr ruhigen und dünnbesiedelten Wohngegend.

Das Mehrfamilienhaus umfasst 15 Wohneinheiten auf drei Geschossen mit einer Wohnfläche von insgesamt 921 m² und einem Luftvolumen von 3.244 m³. Der Dachstuhl ist zu 80% ausgebaut, der Rest dient den Mietern als Speicher. Die Außenwände bestehen aus einschaligem verputzten Mauerwerk mit einer Stärke von 28 cm.
Sowohl Kellerdecke als auch die oberste Geschossdecke wurden aus Ortbeton mit einem schwimmenden Estrich hergestellt, jedoch wurde eine 2 cm starke Dämmung eingebaut.
Sämtliche Fenster waren einfach verglast.
Jede Wohnung besitzt einen Balkon, welcher durchlaufend mit der Decke betoniert ist und über eine Betonbrüstung verfügt.
Heizsystem
Das Mehrfamilienhaus verfügt über eine Öl-Zentralheizung inklusive einer zentralen Warmwasseraufbereitung.
Anfang der 80er Jahre musste diese Ölheizung erneuert werden.
Die ganzheitliche Beratung der einzelnen Gewerke durch die Arbeitsgemeinschaft für die Wohnungswirtschaft führte zur zügigen und nahezu perfekten Sanierung des Objekts.
Durch die Fachleute der einzelnen Gewerke konnten einige gute, energetische Verbesserungen eingebunden werden.
Da für dieses Gebäude in nächster Zeit eine größere Instandsetzungsmaßnahme notwendig gewesen wäre, wurde von der Pforzheimer Bau und Grund eine komplett energetische Modernisierung vorgezogen.
Im Rahmen des ARGE-Projekts wurde das Gebäude als erstes Modellobjekt in der Zeit von August 2007 bis Januar 2008 modernisiert.
Sanierter Zustand
Sanierungsmaßnahmen
- Abtrennung der Balkone
- Errichtung von Vorstellbalkonen
- Anbringung eines 14 cm starken Wärmedämmverbundsystems
- Kellerdeckendämmung mit 10 cm starken Hartschaumplatten
- Dachdämmung mit einer Aufsparrendämmung von 12 cm
- Fenstererneuerung durch Kunststofffenster mit Wärmeschutzverglasung
- Lüftung über Zuluftklappen im Fensterrahmen
- Heiztechnik: Ölheizkessel wird durch eine Wärmepumpe ersetzt
Ziel der Modernisierung
- Energieeinsparung bis zu 70 %
- CO2 Reduktion für die Umwelt
- Langfristige Vermietbarkeit
- Wohnwertsteigerung
- Senkung der Betriebskosten
- Sicherung der Vermietbarkeit (langfristig)
- Reduzierung des CO²-Ausstoßes
- Unabhängig von fossilen Brennstoffen
- Einsatz von Zukunftstechnologien
- Minderung von Wartungs- und Instandhaltungskosten
Da eine solche Modernisierung sehr aufwendig ist und hierbei der Bauleitung und den Bewohnern sehr viel abverlangt wird, versucht die Pforzheimer Bau- und Grund stets im Vorfeld den Ärger durch Informationsveranstaltungen zu minimieren.
Während den Maßnahmen ist sodann die Präsenz eines Bauleiters außerordentlich wichtig.
Dies zeigt die Häufigkeit der Baustellenbesuche und die vielen Gespräche mit den einzelnen Betroffenen vor Ort, welche durch den Bauleiter Thomas Kälber geführt wurden.
Wie bei vielen anderen Gebäuden der Pforzheimer Bau und Grund, legt sie auch bei diesem Gebäude auf das äußere Erscheinungsbild eines hohen Wert.
Dies zeigt sich hier in der Farbauswahl in einem erfrischendem Ton.
Die Mieter sind mit der Sanierung sehr zufrieden und haben die dadurch entstandene Mieterhöhung ohne Beanstandung akzeptiert, wobei sich diese zum größtenTeil durch die Einsparungen der Energiekosten amortisiert.
Dies ist als Zeichen einer erfolgreichen Sanierung zu werten.
| Bauteil | Wärmedurchgangskoeffizient (W/m2K) | |
|---|---|---|
| Vor der Sanierung | Nach der Sanierung | |
| Aussenwand | 1,33 | 0,20 |
| Dach | 2,63 | 0,20 |
| Kellerdecke | 1,17 | 0,30 |
| Fenster | 2,40 | 1,00 |
| Energiedaten | Berechneter Bedarf | Gemessener Verbrauch |
|---|---|---|
| kWh/m2a | kWh/m2a | |
| Vor der Sanierung | 403 | 240 |
| Nach der Sanierung | 72 | 33 |
| Einsparung | 82% | 86% |
Das Zielmit dieser Sanierung die heutige Neubauverordnung der EnEV zu unterbieten, wurde mit 30% unter Neubau erreicht!
