Mehrfamilienhaus Herrenwiesenstraße 42 in 97890 Bad Mergentheim
Sanierung zum Niedrigenergiehaus

Eine umfangreich energetische Sanierung wie in der Herrenwiesenstraße 42 in Bad-Mergentheim wird im Vorfeld sehr sorgfältig geplant und das Ziel der Sanierung frühzeitig klar definiert.

Viele Besprechungen waren notwendig um das definierte Ziel der Sanierung nicht aus den Augen zu verlieren.
Eine der wichtigsten Aufgaben war das Aufstellen und das Einhalten des Kostenrahmens, welcher in diesem Fall klar umrissen war und vom Geschäftsführerder Kreisbau Main-Tauber eG, Herrn Deissle, nicht aus den Augen gelassen wurde.

Ohne klare Vorgaben an die Sanierung, die Fachhandwerker und auch den Industriepartner der Arbeitsgemeinschaft für die Wohnungswirtschaft, wird jede Sanierung schwierig und die Vergleichbarkeit der Leistungen schwer nachvollziehbar. Deshalb ist die Arbeitsgemeinschaft für die Wohnungswirtschaft mit ihren Mitgliedsfirmen von Anfang an in der Beratung, Planuung und Ausschreibung mit involviert.

Ist-Zustand vor der Sanierung

Gebäude vor der Sanierung

Hier soll eine beispielhafte Modernisierungsmaßnahme beschrieben werden, welche durch konsequentes Ineinandergreifen der einzelnen Gewerke realisiert wurde.
Ziel dieser Modernisierungsmaßnahme war es, die Neubauvorgaben der EnEV 2007 für ein Bestandsgebäude durch diese energetische Modernisierung um 30% zu unterschreiten.

Bauplan

Gebäudedaten:

Das Mehrfamilienhaus umfasst 17 Wohneinheiten auf 6 Vollgeschossen und 1 Dachgeschoß mit einer Wohnfläche von 1.237 m2, einer Nutzfläche von 1.446 m2 und einem Beheizten Luftvolumen von 3.616 m3.
Die Außenwände bestehen aus einschaligem Ziegelmauerwerk mit einer Dicke von 332 mm.
Die Wände sind innen mit einem 12 mm Gipsputz und außen mit 20 mm Kalkputz verputzt. Sowohl Kellerdecke als auch die oberste Geschoßdecke wurden aus Ortbeton mit einem schwimmenden Estrich hergestellt, jedoch wurde eine 2 cm starke Dämmung eingebracht.
Die Fenster sind einfache Kunstoff-Fenster.
Jede Wohnung besitzt einen Balkon oder eine Dachterrasse.

Der Dachaufbau mit einem herkömmlich aufgebauten Holzdachstuhl war in den Sparrenfeldern mit 140 mm gedämmt, im Dachgeschoß wurden 1989 nachträglich Dachterrassen eingebaut.

Das Mehrfamilienhaus verfügt über eine Öl-Zentralheizung mit zentraler Warmwasser-Aufbereitung aus dem Jahre 1978.

Ganzheitliche Betrachtung

Durch die ganzheitliche Betrachtung der Gewerke durch die Arbeitsgemeinschaft für die Wohnungswirtschaft konnten die gewerksüberschreitenden Ausschreibungen so gestaltet werden, dass Detailanschlüsse wie Dach und Fassade gelöst wurden.

Dies führte wiederum dazu, eine zügige und nahezu perfekte Sanierung am Objekt durchzuführen.
Bei den Sanierungsüberlegungen stand immer ein Optimum aus Wirtschaftlichkeit, technischen Regelwerken und Gesetzen im Vordergrund. Dies bedeutet die Harmonie zwischen Gebäudehülle und Anlagentechnik zu finden.

Sanierter Zustand

Sanierungsobjekt

Sanierungsmaßnahmen

Gebäude im Gerüst
  • Außenwand: Wärmedämmverbundsystem EPS 140 mm WLG 032
  • Balkonwände: Wärmedämmverbundsystem PU 80 mm WLG 028
  • Kellerdecke: EPS-Dämmplatten 120 mm WLG 035
  • Fenster: Kunstoff-Fenster U-Wert 1,0 W(m2 K)
  • Dach: Aufsparrendämmung PU 140 mm WLG 024
  • Heizung: Gas Brennwertgerät und Mini BHKW
  • Qualitätssicherung: Blower-Door-Messung Thermografische Visualisierung

Ziel der Modernisierung

Gebäudedetail
  • Energieensparung über 70%
  • CO2 Reduktion aktiver Klimaschutz
  • Langfristige Vermietbarkeit
  • Wohnwertsteigerung
  • Senkung der Betriebskosten
  • Einsatz von Zukunftstechnologien
  • Minderung von Wartungs- und
  • Instandhaltungskosten

Da eine solche Modernisierung sehr aufwendig ist und hierbei der Bauleitung und den Bewohnern sehr viel abverlangt wird, versucht die Kreisbau Main-Tauber eG stets im Vorfeld durch Informationsveranstaltungen die Mieter zu informieren was auf Sie in der Sanierungsphase zukommt.

Während den Maßnahmen ist sodann die Präsens eines Bauleiters außerordentlich wichtig.

Daten Energiebilanz
Bauteil Wärmedurchgangskoeffizient (W/m2K)
Vor der Sanierung Nach der Sanierung
Aussenwand 1,13 0,19
Fenster 3,00 1,00
Kellerdecke 1,80 0,17
Dach 2,63 0,19
Vergleich Energiebedarf
Energiedaten Werte Einsparung
kWh/m2a Prozentsatz kWh/m2a Prozentsatz
vor der Sanierung 201,00 100% - -
nach EnEV 2007 83,20 41,39% 117,80 58,61%
nach der Sanierung EnEV -30% 53,60 26,67% 147,40 73,33%

Das Ziel mit dieser Sanierung die EnEV 2007 um 30% zu unterschreiten wurde erreicht!